In der Nacht vom 12. auf den 13. September 1980 kam es in der Türkei zum dritten Putsch in der Geschichte der Türkischen Republik nach 1960 und 1971. Die Armee rückte in Ankara, Istanbul, Izmir und anderen Städten mit Panzern und massiven Truppenaufgeboten ein und besetzte planmäßig strategische Punkte sowie die Rundfunkanstalten. Die konservativ-wirtschaftsliberale Regierung Demirel VI wurde abgesetzt, alle politischen Parteien, darunter auch die stärkste parlamentarische Opposition – die sozialdemokratische CHP –, wurden verboten. Die Macht übernahm eine Militärjunta, der „Nationale Sicherheitsrat“ unter Führung des bisherigen Generalstabschefs Kenan Evren. Die Verfassung wurde durch Dekrete und Verordnungen außer Kraft gesetzt und das Kriegsrecht ausgerufen. Auf dieser Basis, so die bizarre Rechtfertigung der Putschisten, sollten Ruhe, Recht und Ordnung wiederhergestellt und die Einheit und Sicherheit des Landes garantiert werden. Doch das, was die Militärdiktatur sichern wollte, waren lediglich die Interessen des Kapitals und des Imperialismus, weswegen sie auch umfassende Unterstützung der USA und der NATO erhielt.

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